Über Fehltritte und Erfordernisse beim Brunnenbau – Ein Interview

Einen Bohrbrunnen mit den eigenen Händen errichten – Albrecht Trunk hat es erfolgreich gemacht und die dabei gesammelten Erfahrungen sowie jahrelang erarbeitetes Wissen in seinem Buch „Gartenbrunnen selbst bohren“ niedergeschrieben. Der Eigenbau-Experte gewährt Einblicke in seinen Erfahrungsschatz und spricht über sich, vermeidbare Fehler und nötige Voraussetzungen für das Heimwerker-Projekt Bohrbrunnen.

Herr Trunk, was hat Sie ursprünglich dazu bewogen ein Hobby-Brunnenbauer zu werden?

In meinem Fall begann die ganze Geschichte im Jahr 2004, als ich erfuhr, dass man ganz legal, mit behördlicher Genehmigung einen Brunnen für seinen Hausgarten bohren darf. Bisher wurde mir immer erzählt, dass man das am besten heimlich und ohne Genehmigung machen solle, denn die würde sowieso kaum erteilt. Als Eigentümer eines Grundstückes mit ca. 500 m² Bewässerungsfläche hatte ich schon jahrelang unter dem Wasserpreis dafür gelitten. So kam es also, dass ich einen Antrag stellte, die Genehmigung war 3 Wochen später gegen eine Gebühr von 50 Euro im Briefkasten.

Kiespumpe

Selbst gebaute Kiespumpe

Jetzt konnte es losgehen – Zunächst bezog ich meine Informationen aus der Nachbarschaft und Kleingartenkreisen. Wie geht Brunnenbohren überhaupt? Was braucht man dazu? Die ersten Informationen kamen aus dem Kreis der „KG-Rohr Fans“, die das billige braune Rohr selbst mit einer feinen Trennscheibe schlitzten und darauf schwören, dass dies die beste und billigste Lösung sei. Die parallel dazu angestellten Recherchen im Internet führten dann relativ rasch auf die Internetseite von Uwe Rosenberger, der auf seiner Seite die wohl am weitesten verbreiteten Anleitungen für den Bau von Dreibein, Brunnenbohrer und Kiespumpe anbot. Uwe Rosenberger war es dann auch, der mir immer wieder mit Rat und Informationen zu Seite stand, und so mein erstes Brunnenprojekt als Fachmann begleitete. Mit Hilfe seiner Anleitung hab ich mir dann Kiespumpe und Brunnenbohrer selbst gebaut. Als gelernter Maschinenbauer konnte ich zum Glück mit Schleifhexe und Schweißgerät umgehen. So baute ich mir zuerst meine Gerätschaften selbst zusammen. Dann ging es, nachdem ich meine Information über die vermutlichen Bodenverhältnisse und den Grundwasserstand hatte mit Hilfe meiner Söhne ans Werk.

Muss man zwangsläufig in der Lage sein, sich benötigte Gerätschaften selbst herzustellen?

Nein das muss man natürlich nicht. Relativ häufig sind Brunnenbohrer und Kiespumpe in der Umgebung vorhanden und können möglicherweise auch kostenlos ausgeliehen werden. Das Ausleihen von Geräten bei professionellen Verleihern kann aber sehr teuer werden, wenn sich die Arbeiten wie bei mir über mehrere Wochen erstrecken. Günstiger ist es oft, entweder gebrauchte Brunnenbaugeräte im Internet zu kaufen oder neu gekaufte Geräte nach Gebrauch wieder zu veräußern.

Gegenüber dem Selberbauen spart man dabei je nach handwerklicher Geschicklichkeit eine Menge Zeit ein. Bei mir, und sicherlich auch bei so manch anderem Hobbybohrer, war das Herstellen der Werkzeuge aber auch die Quelle einer gewissen Zufriedenheit. Denn nicht nur die Funktion des selbst gebohrten Brunnens, sondern auch die Tatsache, dass das selbst angefertigte Gerät funktioniert hat, war mir persönlich eine zusätzliche Bestätigung und Befriedigung.

Warum haben Sie schließlich ein Buch über dieses Vorhaben geschrieben?

Nachdem mein Brunnenprojekt fertig war, habe ich zunächst meine Erfahrung, Erkenntnisse und Fehler in meinem Blog rat-und-tat.net verarbeitet. Parallel dazu habe ich noch bei einigen Brunnenprojekten in der Nachbarschaft und im Freundeskreis mitgeholfen, immer wieder auch im Internet recherchiert. Das Thema Brunnenbau hat mich einfach nicht mehr losgelassen, und so habe ich Spaß daran gefunden, anderen Menschen, die sich auch mit dem Gedanken des Brunnenbohrens beschäftigen, meine erarbeiteten aber auch zeitaufwändig recherchierten Beschreibungen der einzelnen Brunnenbauschritte mitzuteilen. Und wie könnte man das besser tun, als mit einem Buch zum Thema Brunnenbau.

Zuerst habe ich nur einfach mein eigenes Brunnenprojekt beschrieben. Dann kam eine Schritt für Schritt Anleitung zum Bohrvorgang selbst und schließlich auch die Automatisierung der Gartenbewässerung mit elektronischem Steuergerät und Magnetventilen dazu. Ein Kapitel mit detaillierten Beschreibungen der einzelnen Brunnenbaugeräte und erforderlichen Materialien schließt dann den Brunnenbauratgeber ab. Im Moment beschäftige ich mich mit der Überarbeitung und Erweiterung des mittlerweile 122 Seiten starken E-Books. Ein nächster Schritt wird die Erstellung einer Taschenbuchversion sein. Denn viele Hobby-Brunnenbauer wollen gerne ein richtiges Handbuch in den Händen halten.

Auf der nächsten Seite spricht Herr Trunk über seine größten Fehler und gibt Hinweise, wie das Brunnenprojekt nicht zu einem frustrierenden Unterfangen gerät >

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