Über Fehltritte und Erfordernisse beim Brunnenbau – Ein Interview

Was sind die größten Fehler, die Ihnen beim Bohren Ihres Brunnens unterlaufen sind?

Mein größter Fehler war, dass ich zunächst auch das braune KG-Rohr als Bohrrohr benutzt habe, was ich dann später bitter bereut habe. Zunächst ging es damit flott abwärts bis fast 10 Meter Tiefe. Dann kam ein Stein, ich musste den Fallmeißel einsetzen und zertrümmerte mir damit das KG Rohr. Nachdem der Stein weg war, ging es mit dem zersplitterten KG Rohr keinen Zentimeter mehr weiter, die ganze Arbeit war für die Katz. Fast hätte ich dann an dieser Stelle aufgegeben.

Tiefbrunnenpumpe

Der zweite Fehler war, das blaue Brunnenrohr als DN 100 Ausführung zu bestellen. Die Bohrung hat zwar einwandfrei funktioniert. Aber bei der ersten Pumpenwartung hab ich beim Hochziehen der Tiefbrunnenpumpe nicht aufgepasst. Eine Schleife hat sich am Elektrokabel gebildet, diese wurde zwischen Pumpe und Brunnenrohr eingeklemmt und die Pumpe saß fest. Schließlich konnte ich sie doch bergen, aber das Kabel war aufgerissen und unbrauchbar. Mit einem DN 115 Rohr wäre das nicht passiert.

Den dritten Fehler habe ich beim Anfertigen der Kiespumpe gemacht. Ich wollte genauer arbeiten als Uwe Rosenberger in seiner Anleitung vorgegeben hatte und hab einfach zu wenig Spiel vorgesehen. Das wässrige Sand-Kies Gemisch hat schnell Klemmer bei Kolben und Kolbenführung veranlasst. Hätte ich mir auch denken können – Sand ist eben kein Wasser oder Öl und fordert daher auch größere Toleranzen.

Welche Ratschläge geben Sie angehenden Hobby-Brunnenbauern auf den Weg?

Rückblickend auf mein eigenes Brunnenbauprojekt kann ich nur jedem raten, zu Anfang lieber etwas mehr Zeit in die Erkundung der Gegebenheiten und Voraussetzungen wie Bodenbeschaffenheit, Grundwasserstand, behördliche Vorschriften etc. zu investieren. Wie sind Bohrungen in der Nachbarschaft verlaufen? Mit welchen Schwierigkeiten muss gegebenenfalls gerechnet werden. Man kann schließlich jederzeit, auch bei einem Grundwasserstand von 5 Metern, herkömmlich mit Brunnenbohrer und Kiespumpe bohren und eine Tiefbrunnenpumpe einsetzen. Umgekehrt wird es aber nicht möglich sein, mit dem Schlagbohrverfahren auf 15 Meter Tiefe zu kommen und dort ein Hauswasserwerk einzusetzen. Man muss es halt nur wissen, bevor man falsche Investitionsentscheidungen trifft.

Bei schwierigen Bodenverhältnissen kann es billiger sein, einen professionellen Brunnenbauer zu beauftragen, obwohl dieser, objektiv gesehen wesentlich teurer ist. Rechnen wird sich ein eigener Brunnen im Garten auf jeden Fall. Wenn man einen Profi bezahlen muss, dauert es vielleicht zwei Jahre länger, bis sich das Projekt amortisiert hat.

Und ein letzter Rat noch, man sollte die Knochenarbeit nicht unterschätzen, die so ein Brunnenprojekt erfordert. Und wer gar schon vor dem Bohrprojekt „Rücken“ hat sollte über kräftige und ausdauernde Helfer verfügen, ansonsten kann er das Selberbohren vergessen.

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